Deutscher Jugendliteraturpreis 1984: die Preisträger und Nominierten 🏆
Eine Haselmaus, die sich vor nichts fürchtet, und ein Riese, der vor allem Angst hat: Mit „Mausemärchen – Riesengeschichte“, einem Bilderbuch, das man von zwei Seiten lesen kann, gewann Annegert Fuchshuber 1984 den Deutschen Jugendliteraturpreis. Der Staatspreis für Kinder- und Jugendliteratur, der bis 1980 noch Deutscher Jugendbuchpreis hieß, wird vom Bundesjugendministerium gestiftet und vom Arbeitskreis für Jugendliteratur (heute Dachverband Jugendliteratur) ausgerichtet.
1984 vergab die Jury vier Preise. Im Jugendsachbuch blieb der Preis aus, obwohl dort wie in jeder Sparte fünf Titel auf der Auswahlliste standen. Unten folgen die vier Preisträger und zwei lieferbare Bücher der Auswahlliste.
Die vier Preise von 1984
- Bilderbuch: „Mausemärchen – Riesengeschichte“ von Annegert Fuchshuber – zwei halbe Geschichten von zwei Außenseitern, die sich in der Buchmitte begegnen.
- Kinderbuch: „Sonntagskind“ von Gudrun Mebs, illustriert von Rotraut Susanne Berner – ein Heimkind hofft auf den Sonntag und findet mehr als einen Besuchstag.
- Jugendbuch: „In dreihundert Jahren vielleicht“ von Tilman Röhrig – ein Dorf im Dreißigjährigen Krieg, erzählt ohne jede Beschönigung.
- Kindersachbuch: „Linnéas Jahrbuch“ von Christina Björk und Lena Anderson, übersetzt von Angelika Kutsch – ein Stadtkind verfolgt Monat für Monat die Natur.
Außenseiter, Krieg und Frieden
Viele Bücher dieses Jahrgangs erzählen von Kindern und Tieren am Rand: Fuchshubers Maus und Riese bleiben allein, weil sie nicht in die Erwartungen ihrer Umgebung passen, und das Mädchen in „Sonntagskind“ hält sich für ein hässliches Entlein, bis jemand es annimmt. Auf der Auswahlliste stand mit Willi Fährmanns „Der überaus starke Willibald“ eine Mäusegeschichte, in der eine Ausgestoßene sich gegen einen Tyrannen behauptet.
Dazu kommt das Thema Krieg. Röhrigs Roman spielt 1641, sein Titel aber zielt auf die Gegenwart: Auch mehr als dreihundert Jahre später wird um den Frieden gebangt. Das Buch wurde in einem Jahr ausgezeichnet, in dem die Debatte über die Ende 1983 vom Bundestag gebilligte Stationierung neuer Mittelstreckenraketen in der Bundesrepublik noch nachwirkte. Auch die Jugendsachbücher der Auswahlliste griffen Zeitfragen auf, etwa mit einem Buch über die Greenpeace-Aktivisten („Die Regenbogenkämpfer“) und einem über eine Sinti-Familie („Da wollten wir frei sein!“).
Preisträger und Auswahlliste 1984 im Überblick
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🏆 Preisträger Bilderbuch
Mausemärchen – Riesengeschichte
Mehr Informationen zu Mausemärchen – RiesengeschichteMausemärchen – Riesengeschichte von Annegert Fuchshuber ist ein Bilderbuch, das gleich zwei halbe Geschichten erzählt: die der kleinen Haselmaus Rosinchen und die des Riesen Bartolo. Von der einen Seite gelesen beginnt das Märchen der Maus, von der anderen die Geschichte des Riesen – beide laufen in der Mitte des Buches aufeinander zu.
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🏆 Preisträger Jugendbuch
In 300 Jahren vielleicht
Mehr Informationen zu In 300 Jahren vielleichtIn dreihundert Jahren vielleicht von Tilman Röhrig ist ein Jugendroman aus dem Dreißigjährigen Krieg. Er spielt im Jahr 1641 im Dorf Eggebusch, dessen Bewohner immer wieder von plündernden und mordenden Soldaten überfallen werden.
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🏆 Preisträger Kindersachbuch
Linnéas Jahrbuch
Mehr Informationen zu Linnéas JahrbuchLinnéas Jahrbuch von Christina Björk, illustriert von Lena Anderson und aus dem Schwedischen übersetzt von Angelika Kutsch, ist ein Natur- und Mitmachbuch, das durch das ganze Jahr führt. Wie in einem Kalender geht es Monat für Monat voran.
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📜 Auswahlliste Bilderbuch
Das schönste Ei der Welt
Mehr Informationen zu Das schönste Ei der WeltDas schönste Ei der Welt von Helme Heine ist ein charmantes Bilderbuch, das eine humorvolle und liebevolle Geschichte über drei Hühner erzählt, die sich in einem ungewöhnlichen Schönheitswettbewerb messen. Die Geschichte vermittelt auf spielerische Weise eine wichtige Botschaft über Selbstwert und Einzigartigkeit.
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📜 Auswahlliste Kinderbuch
Der überaus starke Willibald
Mehr Informationen zu Der überaus starke WillibaldDer überaus starke Willibald von Willi Fährmann, mit Bildern von Werner Bläbst, ist eine Tiergeschichte, die als Parabel auf politische Diktatur gelesen wird. Sie spielt in einem Haus, in dem ein Rudel Mäuse lebt.
Alle Jahrgänge: Deutscher Jugendliteraturpreis
- 1950er
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- 1960er
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Quelle der Preisvergabe 1984: de.wikipedia.org
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