Sonntagskind*
Sonntagskind von Gudrun Mebs, mit Bildern von Rotraut Susanne Berner, ist eine Kindergeschichte aus einem Kinderheim. Erzählt wird sie von einem achtjährigen Mädchen, das dort ohne Eltern aufwächst und wie alle Heimkinder auf den Sonntag hofft: An diesem Tag werden Kinder von Besuchern abgeholt und verwöhnt.
Die Erzählerin hat lange gewartet und hält sich selbst für ein hässliches Entlein. Als sie endlich abgeholt wird, kommt sie nicht zu reichen Leuten, sondern zu einer jungen Frau, die Kinderbücher schreibt. Luxus gibt es bei ihr nicht, dafür ist sie lustig, warmherzig und ziemlich schusselig – was dem Mädchen Gelegenheit gibt, selbst anzupacken. Aus Fantasiespielen, kleinen Kümmernissen und glücklichen Stunden wächst langsam ein Gefühl von Zusammengehörigkeit, das stärker wird als das alte Misstrauen.
Gudrun Mebs lässt das Mädchen in direkter, umgangssprachlicher Sprache selbst erzählen. So teilen sich Angst und Hoffnung, Wut, Enttäuschung und Freude unmittelbar mit. Die Jury des Deutschen Jugendliteraturpreises zeichnete das Buch 1984 in der Sparte Kinderbuch aus und hob hervor, dass es Verständnis für benachteiligte Kinder weckt.
Eine warmherzige Geschichte über Heimkinder, Vertrauen und das Glück, angenommen zu werden – zum Vorlesen und Selberlesen für Kinder im Grundschulalter.
- 🏆 Deutscher Jugendliteraturpreis 1984: Preisträger Kinderbuch
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