Karel, Jarda und das wahre Leben*

Karel, Jarda und das wahre Leben von Sheila Och, aus dem Tschechischen übersetzt von Miroslav Novák, ist ein humorvoller Kinderroman aus dem Prag der Nachwendezeit. 1997 erhielt er den Deutschen Jugendliteraturpreis in der Sparte Kinderbuch.

Eine neue Zeit hat begonnen, und das Geld liegt auf der Straße – nur bückt sich keiner danach. Das finden jedenfalls die zwölfjährigen Freunde Karel und Jarda. Wenn ihre Eltern es schon nicht schaffen, aus dem neuen Kapitalismus Gewinn zu schlagen, dann müssen die beiden das eben selbst in die Hand nehmen. Ihr Motto: billig einkaufen und teuer verkaufen. Mit Fahrkarten, Regenwürmern und Blumen vom Friedhof klappt das allerdings nur kurz. Andere Geschäftsideen, etwa Reklame-Zähneputzen bis aufs Blut, bringen schon mehr ein. Als wortkarger Berater steht den beiden der Großvater zur Seite, der die Einfälle der Jungen mit einer Prise Lebensweisheit kommentiert.

Sheila Och erzählt augenzwinkernd, temporeich und mit viel Sinn für Situationskomik. Die beiden Helden sind gewitzt, ihre Ideen herrlich absurd. Dabei entsteht ganz nebenbei ein Zeitbild Tschechiens nach der Wende, das die Regeln der freien Marktwirtschaft auf intelligente und groteske Weise karikiert.

Ein lustiges Buch für Kinder ab dem späten Grundschulalter, die gern über clevere Helden lachen, und eine Gelegenheit, mit ihnen über Geld, Geschäft und Gerechtigkeit zu sprechen. Erwachsene, die die Zeit nach 1989 erlebt haben, entdecken darin viel Wiedererkennbares.

Uns gefällt Karel, Jarda und das wahre Leben so gut, dass wir es in folgenden Kinderbuch-Empfehlungs-Listen 2026 empfehlen

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