Als mein Vater ein Busch wurde und ich meinen Namen verlor*
Als mein Vater ein Busch wurde und ich meinen Namen verlor von Joke van Leeuwen, aus dem Niederländischen übersetzt von Hanni Ehlers und mit Zeichnungen der Autorin, ist ein Kinderroman über Krieg und Flucht aus der Sicht eines Mädchens. 2013 war er für den Deutschen Jugendliteraturpreis in der Sparte Kinderbuch nominiert.
Toda lebt bei ihrem Vater, der Konditor ist. Als in ihrem Land Krieg ausbricht, muss der Vater als Soldat an die Front und lernt dort, sich als Busch zu tarnen. Toda soll zu ihrer Mutter in ein anderes Land gebracht werden und macht sich auf einen langen, gefährlichen Weg. Sie erlebt, wie es ist, jemand von woanders zu sein, dem man mit Misstrauen, Feindseligkeit oder aufgesetzter Freundlichkeit begegnet.
Das Besondere ist die konsequent kindliche Sicht: Toda nimmt Wörter wörtlich und entlarvt damit die Umschreibungen und Floskeln der Erwachsenen. Die Geschichte spielt in einem erfundenen, zeit- und ortlosen Land, sodass sie für viele Fluchterfahrungen stehen kann. Die schlichten Zeichnungen der Autorin ergänzen den nüchternen Ton.
Fazit: Ein ernstes, aber auch komisches und hoffnungsvolles Buch über Krieg, Flucht und Ankommen für Kinder ab 10 Jahren, das sich gut zum gemeinsamen Lesen und Gespräch eignet.
- 📜 Deutscher Jugendliteraturpreis 2013: Nominiert Kinderbuch
*