Wo ist mein Hut?*
Wo ist mein Hut? von Jon Klassen, aus dem Englischen übersetzt von Thomas Bodmer, ist ein schwarzhumoriges Bilderbuch mit sehr wenig Text und sehr viel Hintersinn. 2013 wurde es mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis in der Sparte Bilderbuch ausgezeichnet.
Ein Bär hat seinen Hut verloren. Höflich fragt er ein Tier nach dem anderen: „Hast du meinen Hut gesehen?“ Die Antworten fallen ganz unterschiedlich aus, aber ein Hut ist weit und breit nicht in Sicht. Dabei sehen die Kinder beim Betrachten längst, was dem Bären entgeht: Das Kaninchen trägt einen roten Hut auf dem Kopf. Irgendwann fällt auch beim Bären der Groschen – und am Ende sitzt der Hut wieder auf dem richtigen Kopf. Wo das Kaninchen geblieben ist, verrät das Buch nicht ausdrücklich.
Wie auf der Bühne eines Puppentheaters stehen auf jeder Seite höchstens zwei Figuren. Klassen zeichnet sie mit Tinte auf Papier und ergänzt Farben und Details am Computer. Sogar die Schriftfarbe erzählt mit, denn sie verrät, wer spricht. Die Geschichte ist einfach gebaut, aber vielschichtig, und gerade das Ungesagte bringt Kinder und Erwachsene zum Lachen und Diskutieren.
Fazit: Ein trocken-komisches Bilderbuch für Kinder ab 4 Jahren, das zum genauen Hinschauen erzieht und beim Vorlesen garantiert Gesprächsstoff liefert. Mit „Das ist nicht mein Hut“ hat Jon Klassen eine Fortsetzung geschrieben.
- 🏆 Deutscher Jugendliteraturpreis 2013: Preisträger Bilderbuch
*