Für fremde Kaiser und kein Vaterland*

Für fremde Kaiser und kein Vaterland von Klas Ewert Everwyn ist ein dokumentarisches Jugendsachbuch über die Zeit Napoleons, erzählt aus der Sicht der kleinen Leute. Im Mittelpunkt steht ein junger Tagelöhner aus dem Bergischen Land, der mehrmals für die napoleonische Armee rekrutiert wird und sich immer wieder befreit.

Für das Buch hat Everwyn jahrelang in lokalen Archiven geforscht. Aus vielen sorgfältig belegten Einzelheiten setzt er das Alltagsleben armer Menschen zu Beginn des 19. Jahrhunderts zusammen: die Arbeit, die Armut, die enge Bindung an die Landschaft, die Not, wenn junge Männer für fremde Kriege eingezogen werden. Es zeigt sich, dass das Leben der Armen ein ständiger, harter Kampf ums Überleben war.

Die Sprache ist klar und sachlich, verzichtet auf Pathos und erreicht trotzdem große Eindringlichkeit; mundartliche Begriffe verankern die Geschichte in ihrer Region. Das Buch rückt eine Zeit, die lange heroisch gesehen wurde, in ein nüchternes Licht und tritt für die Würde der einfachen Menschen ein. 1986 erhielt es den Deutschen Jugendliteraturpreis in der Sparte Jugendsachbuch.

Ein Geschichtsbuch für Jugendliche, die wissen wollen, wie Krieg und Herrschaft im Leben gewöhnlicher Menschen aussahen – gut geeignet als Ergänzung zum Unterricht über die napoleonische Zeit.

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