Eins, fünf, viele*
Eins, fünf, viele ist ein Bilderbuch der tschechischen Künstlerin Květa Pacovská, das aus dem Zählen ein Spiel mit Farben, Formen und Papier macht. 1991 wurde es mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis in der Sparte Bilderbuch ausgezeichnet.
Durch das Buch führt eine lange, schmale Figur mit spitzer Nase. Von Seite zu Seite verbiegt sie sich und wird dabei selbst zur Zahl: erst zur Eins, dann zur Zwei, zur Drei und so weiter bis zur Zehn. Unterwegs findet sie Gefährten – ein rundliches Nilpferd im geflickten Mantel, einen schlanken roten Vogel und eine kecke Maus, die dreimal in die Luft springt. Mal verstecken sich Männchen hinter Klappen, mal tummeln sich Zahlen und Flecken auf einer Seite, aus der eine Ziffer ausgestanzt ist.
Pacovská arbeitet mit kräftigem Rot und Grün, viel weißer Fläche und mit Schrift, die selbst zum Bild wird. Die Seiten sind geschnitten, gefalzt, gestanzt und geklappt, sodass man die Zahlen nicht nur sieht, sondern auch ertasten kann. Die Jury beschrieb das Buch als Objekt, das an alte Klapp- und Ziehbücher erinnert und zugleich moderne Papierkunst ist. Die Grenze zwischen Bilderbuch für Kinder und Kunstbuch für Erwachsene verschwimmt dabei bewusst.
Ein Zahlenbuch für Kinder, die die Ziffern von eins bis zehn gerade kennenlernen, und für alle, die gern mit Augen und Fingern blättern. Wer eine nüchterne Zähltafel erwartet, wird überrascht: Hier wird gezählt, gesucht und gestaunt.
- 🏆 Deutscher Jugendliteraturpreis 1991: Preisträger Bilderbuch
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