Die eiserne Lerche: Die Lebensgeschichte des Georg Herwegh*
Die eiserne Lerche von Michail Krausnick ist eine Biografie des Dichters Georg Herwegh (1817–1875), geschrieben für Jugendliche. Das Buch erhielt 1991 den Deutschen Jugendliteraturpreis in der Sparte Sachbuch.
Herwegh wurde 1841 mit seinen „Gedichten eines Lebendigen“ schlagartig berühmt und galt im Vormärz als Hoffnungsträger aller, die auf Freiheit und Demokratie in Deutschland warteten. Heinrich Heine begrüßte ihn in einem Gedicht als „eiserne Lerche“ – daher der Titel. Doch auf den Ruhm folgten Publikationsverbote, Spott, Hetzkampagnen, Verbannung und Exil. Auch das Scheitern der Revolution von 1848 brachte Herwegh nicht von seiner politischen Haltung ab. Krausnick erzählt außerdem von Emma Herwegh, die ihren Mann in allen Lebenslagen unterstützte und die er als eigenständige, starke Frau zeigt.
Als Quellen dienen Krausnick die Schriften und Briefe der Herweghs, Tagebücher und Urteile von Zeitgenossen wie Heine, Marx, Bakunin und Lassalle. Er verbindet Leben und Werk eng mit den politischen Ereignissen der Zeit und macht so verständlich, warum Herweghs Weg typisch für viele Gleichgesinnte war. Im Nachwort sagt der Autor offen, dass er mit seinem Helden sympathisiert – ein ehrlicher Umgang mit der eigenen Perspektive.
Ein gut lesbares Geschichtsbuch für Jugendliche, die mehr über den Vormärz, die Revolution von 1848 und die Anfänge der Demokratie in Deutschland wissen wollen. Heute ist die Biografie als Taschenbuch bei Beltz unter dem Untertitel „Die Lebensgeschichte des Georg Herwegh“ erschienen.
- 🏆 Deutscher Jugendliteraturpreis 1991: Preisträger Sachbuch
*