Ein reiner Schrei*
Ein reiner Schrei ist der Debütroman der irischen Autorin Siobhan Dowd, aus dem Englischen übersetzt von Salah Naoura und bei Carlsen erschienen. 2007 wurde er für den Deutschen Jugendliteraturpreis in der Sparte Jugendbuch nominiert.
Ein irisches Dorf im Jahr 1984. Die 16-jährige Shell lebt mit ihrem trinkenden Vater, der sich zugleich als frommer Eiferer gibt. Seit dem Tod der Mutter kümmert sie sich auch um ihre beiden jüngeren Geschwister. Ein wenig Zuneigung sucht sie bei Declan, einem Jungen aus ihrer Klasse, doch der macht sich bald davon. Shell bleibt allein zurück – und sie ist schwanger. Unbemerkt von allen trägt sie das Kind aus. Dann nimmt die Geschichte eine weitere dramatische Wendung.
Dowd erzählt sehr genau und atmosphärisch dicht vom Leben in einem engen Dorf, in dem Kirche und Gerede alles bestimmen. Shell ist eine starke, eigenwillige Figur, die sich trotz allem ihre Lebendigkeit bewahrt. Salah Naoura hat den stimmungsvollen, eindringlichen Ton ins Deutsche übertragen. Der Roman ist bedrückend, aber nie hoffnungslos.
Der Dachverband Jugendliteratur empfiehlt das Buch ab 15 Jahren. Es eignet sich für ältere Jugendliche, die realistische, ernste Geschichten über Familie, Glauben und Verantwortung lesen möchten.
- 📜 Deutscher Jugendliteraturpreis 2007: Nominiert Jugendbuch
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