Der rote Wolf*

Der rote Wolf von F. K. Waechter ist ein Bilderbuch aus dem Diogenes Verlag, das 1999 mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis in der Sparte Bilderbuch ausgezeichnet wurde. Der Zeichner und Autor erzählt darin ein ganzes Hundeleben.

Schon als Welpe verliert der kleine Hund seine Familie und gerät auf der Flucht in einem Krieg in eisige Kälte. Eine graue Wölfin rettet ihn und zieht ihn zusammen mit ihren eigenen Jungen auf. Bei ihr lernt er, zu jagen und zu kämpfen wie ein Wolf. Als die Wölfin stirbt, ist es auch um ihn beinahe geschehen. Doch diesmal findet ihn das Mädchen Olga, und bei ihr bekommt der „rote Wolf“ eine neue Heimat – bis zum Ende seines Lebens, an dem Olga ihm einen letzten Dienst erweist.

Waechter erzählt von Verlust, Zugehörigkeit und der Frage, wer man ist, wenn man zwischen zwei Welten aufwächst. Seine Bilder sind eindringlich und zugleich zart, der Text bleibt knapp. Das Buch ist länger und ernster als viele Bilderbücher und nimmt seine jungen Leser mit auf eine Odyssee, die sie lange begleitet.

Der rote Wolf eignet sich zum gemeinsamen Lesen mit Grundschulkindern und ist ebenso ein Buch für Jugendliche und Erwachsene, die Waechters Bildsprache schätzen. Es öffnet behutsam Gespräche über Krieg, Flucht und Abschied.

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