Der gelbe Vogel*
Der gelbe Vogel von Myron Levoy, aus dem Amerikanischen übersetzt von Fred Schmitz, ist ein Jugendroman über Freundschaft in Zeiten des Zweiten Weltkriegs. 1982 erhielt er den Deutschen Jugendliteraturpreis in der Sparte Jugendbuch; heute ist er als dtv-Taschenbuch erhältlich und wird viel in Schulen gelesen.
New York in den 1940er-Jahren: Naomi, ein zwölfjähriges jüdisches Mädchen aus Frankreich, hat miterlebt, wie ihr Vater, ein Mitglied der Résistance, gewaltsam ums Leben kam. Seitdem ist sie schwer verstört, spricht kaum und lebt in ständiger Angst. Alan, der im selben Haus wohnt, soll sich um sie kümmern. Anfangs tut er das nur widerwillig, denn er muss dafür seine Freizeit und sogar die Zuneigung seines besten Freundes opfern. Doch mit Fantasie und Geduld findet er einen Weg zu Naomi, und zwischen den beiden entsteht eine zarte Freundschaft.
Myron Levoy erzählt eindringlich und lebendig. Er zeigt, dass Hitler viele Opfer hatte, auch unter Menschen, die er nicht unmittelbar vernichten konnte, und dass Antisemitismus auch in Amerika zu spüren war. Alan lernt, Verantwortung zu übernehmen und über seinen Schatten zu springen.
Ein bewegender Roman für Jugendliche ab etwa 13 Jahren, wie ihn schon die Jury empfahl, und eine wichtige Lektüre über Menschlichkeit und Mitgefühl.
- 🏆 Deutscher Jugendliteraturpreis 1982: Preisträger Jugendbuch
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