Tanzen auf der Brücke von Avignon*
Tanzen auf der Brücke von Avignon von Ida Vos, aus dem Niederländischen übersetzt von Mirjam Pressler, ist ein Jugendroman über eine jüdische Familie in den besetzten Niederlanden. 1993 stand er auf der Auswahlliste zum Deutschen Jugendliteraturpreis.
Die zehnjährige Rosa de Jong erzählt, wie das Leben ihrer Familie im Jahr 1942 aus den Fugen gerät. Ständig droht die Deportation nach Polen durch die deutschen Besatzer. Jeder Tag ist von Angst bestimmt, das vertraute Familienleben verwandelt sich in einen Albtraum. Rettung scheint ein Trick ihres Onkels zu versprechen, der eine Flucht nach Avignon in Frankreich möglich machen soll. Der Titel spielt auf das bekannte französische Kinderlied an – ein Bild für eine Freiheit, nach der sich Rosa sehnt.
Ida Vos hat als jüdisches Kind die Besatzungszeit in den Niederlanden selbst im Versteck überlebt, und das spürt man in der Genauigkeit, mit der sie den Alltag unter der Verfolgung beschreibt. Erzählt wird ganz aus Rosas kindlicher Perspektive: einfach, eindringlich und ohne Effekte. Gerade dadurch wird die Bedrohung für junge Leserinnen und Leser nachvollziehbar.
Ein bewegender Roman für Jugendliche ab 12 Jahren, die sich mit der Verfolgung der Juden im Zweiten Weltkrieg beschäftigen. Er eignet sich gut als Ergänzung zum Tagebuch der Anne Frank und als Lektüre im Geschichts- und Deutschunterricht.
- 📜 Deutscher Jugendliteraturpreis 1993: Auswahlliste Jugendbuch
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