Jack*
Jack von A. M. Homes, aus dem Amerikanischen übersetzt von Hans-Georg Noack, ist ein Jugendroman über einen Jungen, dessen Vater sich als homosexuell outet. 1993 erhielt er den Deutschen Jugendliteraturpreis in der Sparte Jugendbuch.
Jack ist elf, als sein Vater, für ihn eine Art Superman, eines Tages auszieht. Den Streit und die Trennung der Eltern erlebt er wie einen Albtraum, ohne zu verstehen, was passiert. Er bleibt bei seiner Mutter, die beruflich neu durchstartet und mit einem verständnisvollen Freund zusammenlebt. Mit fünfzehn erfährt Jack dann vom Vater selbst den Grund der Trennung: Er liebt einen Mann und lebt jetzt mit ihm zusammen. Jack reagiert mit Schock und heftiger Abwehr. In der Bibliothek sucht er nach Informationen, in seiner Fantasie kreist alles um die Frage, was das konkret bedeutet. Er liebt seinen Vater und hasst ihn zugleich.
Homes erzählt aus Jacks Sicht und mit großer Ehrlichkeit. Auch die Erwachsenen sind keine Heldenfiguren: Die Mutter zweifelt an ihrer eigenen Rolle, der Vater kämpft um Kontakt zu seinem Sohn. So entsteht ein glaubwürdiges Bild einer Familie im Umbruch und eines Jungen, der lernen muss, Menschen anders zu sehen, als er sie sich zurechtgelegt hat.
Ein Roman für Jugendliche, der Vorurteile, Familie und Identität ohne erhobenen Zeigefinger behandelt. Damals war das Thema in einem Jugendbuch noch selten. Heute ist das Buch als Taschenbuch bei Kiepenheuer & Witsch erhältlich.
- 🏆 Deutscher Jugendliteraturpreis 1993: Preisträger Jugendbuch
*