Der Hund, der unterwegs zu einem Stern war*
Der Hund, der unterwegs zu einem Stern war von Henning Mankell, aus dem Schwedischen übersetzt von Angelika Kutsch, ist der erste Band der Kinderbuchreihe um Joel Gustafson. 1993 erhielt das Buch den Deutschen Jugendliteraturpreis in der Sparte Kinderbuch.
Joel ist elf Jahre alt und lebt mit seinem Vater, einem Waldarbeiter, allein in einem kleinen Ort im verschneiten Norden Schwedens. Die Mutter hat die Familie verlassen, als Joel noch klein war. Seitdem kocht er, macht Feuer, kauft ein und geht zur Schule – aber die Kälte spürt er nicht nur draußen, sondern auch in sich. Nachts wacht er oft auf, setzt sich ans Fenster und beobachtet die Straße. In einer solchen Winternacht sieht er einen Hund vorbeilaufen, der zielstrebig irgendwohin unterwegs zu sein scheint. Joel will ihn finden, und die Suche nach dem Hund wird für ihn zur Suche nach sich selbst.
Mankell erzählt ruhig und genau von der Innenwelt eines Heranwachsenden: von der Sehnsucht nach Geborgenheit, aber auch von Abenteuerlust und dem Wunsch, endlich jemand zu sein. Die karge Winterlandschaft und die Nächte voller Sterne spiegeln Joels Stimmung. Der Autor, der später vor allem mit seinen Kriminalromanen bekannt wurde, zeigt hier sein Gespür für einsame, eigensinnige Figuren.
Ein stilles, eindringliches Kinderbuch für ältere Kinder, die gern über eine Geschichte nachdenken. Es wird häufig in der Schule gelesen, und wer Joel ins Herz geschlossen hat, kann seine Geschichte in den Folgebänden weiterverfolgen.
- 🏆 Deutscher Jugendliteraturpreis 1993: Preisträger Kinderbuch
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