Kariuki und sein weißer Freund: Eine Erzählung aus Kenia*
Kariuki und sein weißer Freund von Meja Mwangi, aus dem Englischen übersetzt von Helmi Martini-Honus und Jürgen Martini, ist eine Erzählung aus Kenia zur Zeit der Unabhängigkeitskämpfe. 1992 erhielt sie den Deutschen Jugendliteraturpreis in der Sparte Jugendbuch.
Der dreizehnjährige Kariuki wächst in einem Dorf auf, in dem Ungerechtigkeit und Gewalt zum Alltag gehören. Er denkt kaum darüber nach – bis er sich gegen alle Verbote mit Nigel anfreundet, dem Enkel des britischen Farmbesitzers. Durch ihn beginnt Kariuki an der strengen Rangordnung in Dorf und Kirche zu zweifeln. Dass Weiße wie Katzen im Dunkeln sehen oder in fremde Köpfe schauen können, glaubt er bald nicht mehr. Angst aber bestimmt sein Leben weiterhin: vor dem Vater, vor dem älteren Bruder Hari, vor den Prügeln in der Schule und vor allem vor dem Farmbesitzer, der Soldaten gegen die Mau-Mau-Kämpfer im Wald ruft. Zu diesen Kämpfern gehört auch Hari.
Mwangi erzählt aus Kariukis Sicht und mit viel Gespür für die Landschaft: Wald, Dschungel und Savanne, die die beiden Jungen gemeinsam durchstreifen, werden in dichten Stimmungsbildern lebendig. Je mehr die Gewalt in diese Welt eindringt, desto stärker wird die Freundschaft der beiden auf die Probe gestellt.
Eine spannende und bewegende Geschichte für Jugendliche, die sich für Afrika, Kolonialgeschichte und Freundschaft über Grenzen hinweg interessieren. Das Buch ist als Taschenbuch bei dtv erschienen und eignet sich gut für den Unterricht.
- 🏆 Deutscher Jugendliteraturpreis 1992: Preisträger Jugendbuch
*