Ich ganz cool*

Ich ganz cool von Kirsten Boie ist ein kurzer Jugendroman über einen vernachlässigten Jungen und seinen Alltag zwischen Langeweile und Frust. 1993 stand er auf der Auswahlliste zum Deutschen Jugendliteraturpreis.

Der Ich-Erzähler ist zwölf und lebt in schwierigen Verhältnissen. In einem langen inneren Monolog kommentiert er, was ihn umgibt: die Familie, in der kaum jemand mit ihm spricht, die Schule, die ihm nichts bedeutet, und die endlosen Nachmittage. Gegen die Langeweile helfen Videos und das „Mutjoggen“, eine riskante Mutprobe mit seinen Kumpels. Orientierung, Zuneigung oder echte Gespräche gibt es in seinem Leben kaum. Und doch hat er Sehnsüchte, die er sich selbst kaum eingesteht.

Kirsten Boie schreibt durchgehend in seinem Ton – knapp, rotzig, ohne Selbstmitleid. Gerade dieser Originalton macht hörbar, wie eingeschränkt seine Möglichkeiten sind und wie viel er trotzdem wahrnimmt. Die Jury hob hervor, dass die Autorin dabei den Respekt vor ihrer Figur nie verliert. Damit zeigt das Buch eine Seite von Kindheit, die in der Kinder- und Jugendliteratur selten so direkt erzählt wird.

Ein schmales, eindringliches Buch für Jugendliche ab 12 Jahren, gut geeignet auch für Leserinnen und Leser, die sonst wenig lesen. In der Schule bietet es viel Gesprächsstoff über soziale Herkunft, Vernachlässigung und Gruppendruck.

Uns gefällt Ich ganz cool so gut, dass wir es in folgenden Kinderbuch-Empfehlungs-Listen 2026 empfehlen

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