Es war einmal Indianerland*
Es war einmal Indianerland von Nils Mohl ist ein Jugendroman über einen Sommer am Rand von Hamburg, der Coming-of-Age, Liebesgeschichte und Spurensuche verbindet. 2012 wurde er mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis in der Sparte Jugendbuch ausgezeichnet.
Der 17-jährige Ich-Erzähler lebt in einer tristen Hochhaussiedlung, in der gerade ein Nachbar seine Frau getötet hat. Er ist Boxer und steht zwischen zwei Frauen: der reichen, unnahbaren Jackie und der bodenständigen Edda. Knapp zwei ereignisreiche Wochen lang, bis zu einem Open-Air-Festival, versucht er, sich in seinem Leben zurechtzufinden – und erst nach und nach wird klar, wie die einzelnen Ereignisse zusammenhängen.
Mohl erzählt nicht chronologisch, sondern springt wie in einem Film vor und zurück; die Sprünge sind im Text mit den Zeichen für Vor- und Rückspulen markiert. Dazu kommen Einschübe, die wie Regieanweisungen wirken, viele Wortneuschöpfungen und Anspielungen auf Western- und Indianerfilme. Das verlangt genaues Lesen, belohnt aber mit einem dichten, sinnlichen Sommerroman. 2017 wurde das Buch fürs Kino verfilmt.
Fazit: Ein literarisch anspruchsvoller, sprachlich eigenwilliger Roman für Jugendliche ab 16 Jahren und erwachsene Leser, die einen ungewöhnlich erzählten Coming-of-Age-Stoff suchen.
- 🏆 Deutscher Jugendliteraturpreis 2012: Preisträger Jugendbuch
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