Der rote Nepomuk*

Der rote Nepomuk von Josef Holub ist ein Kinderroman über die Freundschaft zwischen einem deutschen und einem tschechischen Jungen in Böhmen kurz vor dem Zweiten Weltkrieg. 1994 stand er auf der Auswahlliste zum Deutschen Jugendliteraturpreis.

„In Böhmen steht auf jeder Brücke ein Nepomuk“, heißt es zu Beginn – und so ein Brückenheiliger begleitet die beiden Freunde in ihr Paradies, ein Stück Natur zwischen der Stadt und den Dörfern. Dort erleben sie einen wunderbaren Sommer, in dem alles Trennende verschwunden scheint, obwohl es auch dort Feindschaften gibt. Doch die Bedrohung kommt von außen, „wegen dem Hitler“, wie es im Buch heißt. Die große Politik verändert die Grenzen und damit auch das Leben der beiden Jungen.

Holub erzählt aus der Sicht des deutschen Jungen, in einer bildhaften, lebendigen Sprache. Der kindliche Blick auf die Ereignisse macht die Sinnlosigkeit von Hass und Nationalismus besonders deutlich. Der Autor verarbeitet in diesem Buch Erinnerungen an seine eigene Kindheit in Böhmen; es war sein erstes Buch, das er mit über sechzig Jahren veröffentlichte, und es wurde mit dem Peter-Härtling-Preis ausgezeichnet.

Ein warmherziger und zugleich nachdenklicher Roman für Kinder ab dem späten Grundschulalter und für Jugendliche, die etwas über die Geschichte des Sudetenlandes und das Zusammenleben von Deutschen und Tschechen erfahren wollen. Heute ist er als Gulliver-Taschenbuch bei Beltz erhältlich, mit einem Nachwort von Peter Härtling.

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