Der Geruch von Häusern anderer Leute*

Der Geruch von Häusern anderer Leute von Bonnie-Sue Hitchcock, aus dem amerikanischen Englisch übersetzt von Sonja Finck, ist ein Jugendroman über vier Jugendliche in Alaska. 2017 wurde er mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis in der Sparte Jugendbuch ausgezeichnet.

Die Geschichte spielt im Alaska der 1960er- und 1970er-Jahre, kurz nachdem das Land zum 49. Bundesstaat der USA geworden ist und sich politisch, sozial und kulturell im Umbruch befindet. Abwechselnd erzählen vier junge Menschen: Ruth, die mit ihrer kleinen Schwester bei der strengen Großmutter lebt und ein Geheimnis hat, Dora, die aus einem gewalttätigen Elternhaus flieht, Alyce, die zwischen Ballett und Fischerboot wählen muss, und Hank, der mit seinen Brüdern von zu Hause wegläuft. Alle suchen ihren Platz in einer Gesellschaft zwischen Tradition und Aufbruch – und ihre Wege kreuzen sich auf überraschende Weise.

Hitchcock, die selbst in Alaska aufgewachsen ist, schreibt in ihrem biografisch inspirierten Debüt über eine Gegend, die in der Jugendliteratur kaum vorkommt. Die fein gesponnenen Erzählstränge werden kunstvoll zusammengeführt, und die Übersetzung fängt Atmosphäre, Kälte und Lokalkolorit genau ein.

Fazit: Ein stiller, eindringlicher Roman über Familie, Herkunft und das Erwachsenwerden für Jugendliche ab 15 Jahren und Erwachsene.

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