Wie schön weiß ich bin*
Wie schön weiß ich bin von Dolf Verroen ist ein kurzer, eindringlicher Jugendroman über Sklaverei, aus dem Niederländischen übersetzt von Rolf Erdorf. Er erschien zuerst im Peter Hammer Verlag und wurde 2006 mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis in der Sparte Jugendbuch ausgezeichnet.
Die Geschichte spielt im 19. Jahrhundert auf einer Plantage in Surinam. Maria wird zwölf, und ihr Geburtstag wird groß gefeiert, denn nun gilt sie als junge Dame. Als Überraschung bekommt sie einen kleinen Sklaven geschenkt. In vierzig kurzen Episoden, die wie Prosagedichte angeordnet sind, erzählt Maria vom Leben auf der Plantage und davon, wie sie und ihre Familie mit den Versklavten umgehen.
Die Wirkung des Buches entsteht aus Marias Blick: Sie hat die Regeln und Vorurteile ihrer Umgebung so selbstverständlich verinnerlicht, dass ihr die Grausamkeit ihres eigenen Lebens gar nicht auffällt. Die Leserinnen und Leser sehen dagegen sehr genau, was Maria nicht sieht. Gerade dieser Abstand zwischen ihrer Unbedarftheit und dem, was geschieht, macht den schmalen Text so beklemmend und eignet sich gut für Gespräche über Rassismus und Macht.
Der Dachverband Jugendliteratur empfiehlt das Buch ab 12 Jahren. Es ist heute als Taschenbuch bei Fischer erhältlich und regt zu Gesprächen in Familie und Schule an.
- 🏆 Deutscher Jugendliteraturpreis 2006: Preisträger Jugendbuch
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