Jenseits der blauen Grenze*

Jenseits der blauen Grenze von Dorit Linke ist ein Jugendroman über eine Flucht aus der DDR – schwimmend durch die Ostsee. 2015 war er für den Deutschen Jugendliteraturpreis in der Sparte Jugendbuch nominiert.

Die Geschichte spielt in den letzten Jahren der DDR. Hanna und ihr Freund Andreas haben sich durch nicht systemkonformes Verhalten die Zukunft verbaut: kein Abitur, kein Studium, stattdessen zermürbende Arbeit in einem Werk. Die beiden beschließen, in den Westen zu fliehen – rund 50 Kilometer durch die Ostsee. Hanna ist Leistungsschwimmerin und traut sich zu, Andreas mitzuziehen. In der Nacht steigen sie ins Wasser.

Dorit Linke, selbst ehemalige Leistungsschwimmerin aus der DDR, setzt ohne lange Einleitung mitten in der Flucht ein. Kälte, Dunkelheit, Orientierungslosigkeit, Krämpfe, Hunger und Erschöpfung werden fast körperlich spürbar. In Rückblenden erfährt man, was die beiden zu ihrem Entschluss getrieben hat, und bekommt ein eindringliches Bild vom Alltag in einem Staat, der seine Bürger einsperrt.

Fazit: Ein packender, beklemmender Roman über Freiheit, Freundschaft und Durchhaltevermögen für Jugendliche ab 15 Jahren – auch als Lektüre zur deutschen Geschichte im Unterricht geeignet.

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