Im roten Hinterhaus*
Im roten Hinterhaus von Peter Berger ist ein Jugendroman über eine Arbeiterfamilie in der Weimarer Republik. Er wurde 1967 mit dem Deutschen Jugendbuchpreis in der Sparte Jugendbuch ausgezeichnet.
Erzählt wird aus der Sicht des Sohnes Manfred, der in einer rheinischen Industriestadt aufwächst. Der Roman umfasst die Jahre von 1923 bis 1933: die Not der Arbeitslosigkeit in den Zwanzigerjahren und die politischen Spannungen der frühen Dreißigerjahre. Manfreds vielköpfige Familie und die zahlreichen Mitbewohner des „roten Hinterhauses“ spiegeln die verwirrenden Zeitumstände. Jeder reagiert anders auf Not und Hoffnungslosigkeit, und die politischen Spannungen gehen mitten durch die Nachbarschaft. Die autobiografischen Züge der Erzählung sind unverkennbar.
Berger schreibt realistisch, manchmal hart, immer unsentimental, in knappen, prägnanten Sätzen. Die Jury nannte das Buch eine glaubwürdige und lebendige Chronik einer Epoche, die im Jugendbuch bis dahin wenig Beachtung gefunden hatte. Der Untertitel der heutigen Taschenbuchausgabe lautet „Die Geschichte einer Familie in verworrener Zeit“.
Ein Jugendbuch für Leserinnen und Leser, die verstehen wollen, wie der Alltag in den Jahren vor 1933 aussah, und eine gute Lektüre für den Geschichtsunterricht.
- 🏆 Deutscher Jugendliteraturpreis 1967: Preisträger Jugendbuch
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