Die Wolke*
Die Wolke von Gudrun Pausewang ist ein Jugendroman über einen Atomunfall in Deutschland. Pausewang schrieb ihn nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl im April 1986, um zu zeigen, was ein solches Unglück mitten im eigenen Land bedeuten würde.
An einem gewöhnlichen Frühlingstag kommt es im Kernkraftwerk Grafenrheinfeld bei Schweinfurt zu einem schweren Unfall. Die 14-jährige Janna-Berta erfährt davon im Unterricht, etwa hundert Kilometer entfernt. Mühsam erreicht sie das Elternhaus, wo ihr kleiner Bruder auf sie wartet; die Eltern sind ausgerechnet an diesem Tag nach Schweinfurt gefahren. Ein verzweifelter Anruf der Mutter erreicht die Kinder noch: Sie sollen fliehen, denn die radioaktive Wolke zieht nach Norden. Mit ihren Fahrrädern machen sich die beiden auf den Weg. Die Evakuierung wird zu einer chaotischen Massenflucht, in der niemand mehr Rücksicht auf die Schwächeren nimmt.
Pausewang erzählt minutiös und ohne Beschönigung, auch von den Folgen der Katastrophe für die Gesellschaft. 1988 erhielt der Roman den Deutschen Jugendliteraturpreis in der Sparte Jugendbuch. Er wurde zur verbreiteten Schullektüre und 2006 verfilmt.
Ein aufrüttelnder Roman für Jugendliche, der bis heute Gespräche über Kernenergie, Verantwortung und Zivilschutz anstößt.
- 🏆 Deutscher Jugendliteraturpreis 1988: Preisträger Jugendbuch
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