Bloße Hände*

Bloße Hände von Bart Moeyaert, illustriert von Rotraut Susanne Berner und aus dem Niederländischen übersetzt von Mirjam Pressler, ist ein kurzer Jugendroman des flämischen Autors. 1998 erhielt er den Deutschen Jugendliteraturpreis in der Sparte Jugendbuch; heute ist er als Taschenbuch in der Reihe Gulliver bei Beltz & Gelberg erhältlich.

Im Mittelpunkt steht der junge Ward, der an sich selbst eine verstörende Erfahrung macht: Mit ein und derselben Hand streichelt er seinen geliebten Hund, tötet die Ente des Bauern Betjeman und schlägt einen Menschen. Was mit einer unbedachten Tat beginnt, wird schnell schlimmer. Als Betjeman sich rächt und Wards Hund tötet, kennt der Junge nur noch einen Gedanken: Strafe. Die Spirale aus Vergeltung und Gegenvergeltung dreht sich weiter und lässt Ward innerlich erstarren.

Moeyaert erzählt knapp und eindringlich, fast wie in einem bösen Traum, und stellt dabei die Frage, wozu Hände – und Menschen – fähig sind. Die Illustrationen von Rotraut Susanne Berner setzen ruhige Akzente in einem aufwühlenden Text.

Bloße Hände eignet sich für Jugendliche, die schmale, intensive Bücher mögen und sich mit Schuld, Wut und Rache auseinandersetzen wollen. Auch im Unterricht bietet der Roman viel Stoff für Gespräche über Gewalt und Verantwortung.

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