Der Sternsee*
Der Sternsee von Will Gmehling, illustriert von Jens Rassmus, ist ein schmaler Kinderroman aus dem Peter Hammer Verlag. 2026 war er in der Sparte Kinderbuch für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert – im selben Jahr, in dem Gmehling auch mit dem Bilderbuch „Ganz am Anfang war der Ball“ auf der Nominierungsliste stand.
Vier Nachbarskinder aus einer Hochhaussiedlung lieben „ihren“ See, dessen Umriss an einen Stern erinnert. Eines Tages geschieht etwas, das niemand erklären kann: Das Eis auf dem See taut nicht, weder im Frühling noch im Sommer. Das Rätsel zieht Medien, Schaulustige und Wissenschaftler an, und der Erzähler und seine drei Freunde stehen plötzlich im Mittelpunkt des Interesses. Was es mit dem See auf sich hat, wird nicht vollständig aufgelöst – das Staunen bleibt.
Die Geschichte wird als Rückblende erzählt, sachlich im Ton und zugleich sehr literarisch; die Jury ordnete sie dem magischen Realismus zu. Die Natur wirkt märchenhaft und ein wenig melancholisch, und die eher trostlose Siedlung zeigt unerwartete Schönheit. Jens Rassmus hat die Erzählung mit skizzenhaften Bildern in kühlem Blaugrau und Schwarz-Weiß ausgestattet, die oft mit großen Flächen arbeiten und die Stimmung tragen. Am Schluss wartet eine überraschende Wendung.
Der Sternsee ist ein dichtes, leises Buch über Freundschaft, das Außergewöhnliche im Alltag und die Faszination des Unerklärlichen. Die Jury empfiehlt es ab 10 Jahren – für Kinder, die gern über eine Geschichte nachdenken, wenn sie zu Ende ist.
- 📜 Deutscher Jugendliteraturpreis 2026: Nominiert Kinderbuch
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