Als Hitler das rosa Kaninchen stahl*
Als Hitler das rosa Kaninchen stahl von Judith Kerr, übersetzt von Annemarie Böll, ist der erste Band der autobiografisch geprägten Rosa-Kaninchen-Trilogie. 1974 erhielt der Roman den Deutschen Jugendbuchpreis in der Sparte Kinderbuch; heute erscheint er bei den Ravensburger Taschenbüchern.
Anna ist neun Jahre alt und lebt mit ihrer Familie in Berlin, als ihr Vater, ein bekannter jüdischer Schriftsteller und Kritiker, 1933 plötzlich das Land verlassen muss. Die Familie folgt ihm über die Schweiz und Paris bis nach London. Anna muss ihr geliebtes rosa Stoffkaninchen zurücklassen, neue Sprachen lernen, in fremde Schulen gehen und erleben, wie das Geld immer knapper wird. Und doch erzählt sie von einer Kindheit, in der die Familie zusammenhält.
Judith Kerr, Tochter des Theaterkritikers Alfred Kerr, verarbeitete in dem Buch ihre eigene Flucht. Die Jury lobte, dass sie klug und warmherzig erzählt, ohne Anklage und ohne Geschichtsunterricht, und dass gerade dieses Einzelschicksal die Folgen einer Diktatur begreifbar macht. Das Buch wurde zur Schullektüre und 2019 von Caroline Link verfilmt. Fortgesetzt wird die Geschichte in „Warten bis der Frieden kommt“.
Als Hitler das rosa Kaninchen stahl ist ein Roman für Kinder ab dem späten Grundschulalter und für Jugendliche – ein Klassiker über Flucht, Exil und Zusammenhalt.
- 🏆 Deutscher Jugendliteraturpreis 1974: Preisträger Kinderbuch
*